Etüde (2)

Schreibwochen 16.17.22

Zum zweiten Mal nehme ich nun an den ‚Etüden‘ teil – eine Schreibeinladung mit drei vorgegebenen Worten in einem Text, der maximal 300 Wörter lang sein darf. Diesmal bin ich mit dem Königskuchen erstmal ratlos, Dreikönigskuchen überfordert mich auch. Habe ich noch nie in meinem Leben gegessen. Ist aber eigentlich nicht relevant, akribisch träumen kann ich problemlos 😉 😀

Der Kuchen

Es war sehr kalt. Im Januar in den Schweizer Alpen den Urlaub zu verbringen, war keine gute Idee gewesen. Aber irgendwann war er gezwungen worden, seinen angesammelten Resturlaub zu nehmen. Er hatte nicht lange ausgewählt und einfach etwas Preisgünstiges gebucht. Das kleine Städtchen hatte außer Schnee und Berge ringsum nicht viel zu bieten. Er schlenderte die Hauptstraße entlang, ohne ein Ziel zu haben und sah sich unvermittelt vor der Bäckerei stehen.

Der Tradition folgend wurde hier der Königskuchen gebacken und verkauft. Das ist doch etwas Besonderes, dachte er. Bevor er den Laden betrat, zählte er akribisch seine Schweizer Franken, denn es wäre ihm sehr peinlich, nicht genügend Bargeld für etwas Kuchen zu haben.
Die Verkäuferin lächelte ihn freundlich an und packte ihm das Stück Königskuchen ein. Mit einem „Merci vielmals“ nahm sie die Münzen entgegen und legte sie in die Kasse.
In seiner Pension angekommen, brühte er sich einen Kaffee auf, nahm sich einen Teller mit auf sein Zimmer und setzte sich auf das Sofa.
Genüsslich aß er den Kuchen, trank den Kaffee dazu und träumte vor sich hin. Wenn er die nette Verkäuferin abends auf ein Glas Wein einladen würde … wenn sie zusagen würde … wenn sie sich vielleicht so allein fühlen würde wie er … wenn, wenn – er verbot sich in Gedanken solche Spekulationen und beschloss, morgen nochmal an der Bäckerei vorbeizugehen.
Was dann passieren sollte, würde geschehen – er war ja ein Mann der Tat.
Am nächsten Morgen betrat er die Bäckerei und eine rundliche, ältere Frau stand hinter der Theke. Sicher die Bäckersfrau, dachte er.
„Hat die Verkäuferin frei heute?“
„Ja, sie besucht mit ihrem Mann und ihren Kindern Verwandtschaft in Zürich“, antwortete ihm freundlich die Bäckerin.
Soviel zu seinen Träumereien und Hoffnungen.

291 Wörter

Ich hoffe sehr, liebe Christiane, daß diesmal der ‚ping‘ in Aktion tritt – ich habe dreimal die Adresse eingebunden … 😉

13 Gedanken zu “Etüde (2)

  1. Hübsche Geschichte, solche Träume kennt wohl jede*r irgendwie, wer hatte das noch nicht … ? 😉
    Ja, dein Ping ist da, vielen Dank, anscheinend der von der ersten Verlinkung. Beim letzten hätte es nicht geklappt, da hast du die Kommentare mit verlinkt. Ich weiß auch nicht, ob Pings doppelt kommen können (also prinzipiell, eigentlich nicht?), obwohl das immer wieder mal geschieht – ach, egal, er ist da, also können wir das Thema hoffentlich als erledigt betrachten. 😀
    Sonnige Feiertagskaffeegrüße 😀🌞☕🍩🌼🦋👍

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 18.19.22 | Wortspende von Myriade | Irgendwas ist immer

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